Am Anfang steht ein Container voller Reststücke. Am Anfang stehen alte Rohre und geschundene Oberflächen. Am Anfang stehen Möglichkeiten. Was der Designer Piet Hein Eek und sein Team am Ende schaffen sind Wohnmöbel und Lebensräume  die wuchtig und rau Struktur, Materialien und Räume feiern. „The Imperfectionist“ nannte die New York Times den Eindhover Pionier nachhaltiger Designideen. (Das hat nichts mit plumper Palettenkultur zu tun die seit ein paar Jahren durch die Wohnkultur ziehen.) Piet Hein Eek verschiebt inzwischen seit Jahrzehnten Proportionen schafft spielerisch und akribisch immer neue Arbeitsfelder. Zuhause ist der Betrieb in Eindhoven, einer Stadt die mit dem großen Areal der Technikfirma Philips, der Design Academy und dem Abbe Museum noch immer über reichlich Entwicklungspotential verfügt. Irgendwo zwischen Labor, alternativem Warenhaus  und Produktionshalle, zwischen Grand Cafe und Grünem Restaurant hat sich der Ort, ein altes Backsteinfabrikgelände, seinen lässig, spielerischen Charakter bewahrt. Junge Designcompagnien mieten sich hier ebenfalls ein. Gerade baut Piet Hein Eek hier direkt ein kleines Kunstmuseum aus einer alten Haltestation. Darauf muss man auch erstmal kommen. Recyceln muss nicht plump und schmuddelig sein. Es gibt die Möglichkeit Eleganz und Lässigkeit zu verbinden. Holz, Metal, Ton, Plastik, Pappe: kein Material unbeachtet und immer auf der Suche nach einem Kern. Optimierung nett Eek das und Optimismus und Augenzwinkern ist oft mit dabei. Er sucht den Kern. Der liegt in der Struktur und Farbe und so fügen sich kleine Brettchen zu einem Mosaik oder gebürstetes Metall lädt zur Berührung. Unzählige Arbeitsschritte, Gedankengänge und Pingeligkeit ist dafür manchmal nötig. Der Weg lohnt sich. Der große Spielplatz erinnert daran, dass die Arbeitsleistung und Schaffenskraft von Menschen aus quasi Allem etwas Nützlich-magisches machen kann. Kombinationsfreude und über Grenzen denken hilft da ungemein. Einfach ist das nie, auch wenn es oftmals leichtfüßig scheint. Auch wenn es Serien gibt, kein Stück gleicht letztlich dem anderen. Für Ikea hat er als Kollektion die menschliche Imperfektion in Serie produzieren lassen. Ein Coup zwischen philosophischer Idee, Kunst und Kommerz. Der Blick des Designers geht momentan nach Afrika, Kollaborationen entstehen und eine Kollektion aus Kimonos gefertigt aus niederländischen Stoffen wird ein eigener Zweig. Grenzen sind in diesem Kosmos und Zusammenhang nicht wirklich existent. Immer eine Freude die Impulskraft wahrzunehmen und Qualität als etwas zu begreifen, das unantastbar und frei möglich ist. Es ist eben eigentlich schon alles da, man muss es nur mit anderen Augen sehen. Das wir heute im Zeitalter digitaler Träume und haltloser KI hier auch einen Ort der Rückbesinnung finden der moderne Technik nutzt aber den Schwerpunkt anders setzt tut gut. Stil und Ästhetik, Charakter und analoges Leben hat noch immer eine eigene Kategorie. Welch ein Glück! Menschen sind der Motor, Maschinen sind Maschinen.  Und nein. Dies ist kein Sozialprojekt sondern ein Business und weltweit agierendes Geschäft. Die Preisschilder zeigen die Werte. Ein Lernort ist es ganz nebenbei auch. Impulse kommen gratis.

„Excessive labour always has a magical effect on me.“ Piet Hein Eek